GEWÄSSERARTEN II

Evolution, Symbiosen
Biotope
Merkmale

          

Evolution

Es scheint unstrittig, dass Umweltbedingungen die Erbanlagen anpassen, indem der Informationsgehalt der Gene und/oder ihre Aktivität sich evolutionär verändern. Lebewesen "bewegen sich heraus"(= Evolution) in Anpassung an ihre Umwelt.
Fische, Wasserpflanzen, Mikroben sind genetisch abgestimmt auf das Wasser.
Diese Angleichung ist erfolgt in "unendlich" langen Zeiträumen. Wenn Lebewesen auch recht anpassungsfähig sind, so heißt das nicht, dass jedes Umfeld gleich geeignet ist. Die natürliche Zellen-Osmose - das "LKeben" - ist abgängig von Säuregrad und Mineralisierung, was sich direkt auf das Immunsystem auswirkt. So ergeben sich schnell diese Fragestellungen:

1. Erfolgen grundlegende Angleichungen innerhalb weniger Generationen durch Zucht / Umwelt?
      * gesichert NEIN
2. Führen Angleichungen dazu, dass die spezifischen Bedingungen nicht nur erträglich sind, sondern notwendig?
      * wahrscheinlich JA
3. Entstehen durch diese Angleichungen erkennbare Dissonanzen bei Lebewesen unterschiedlicher Lebensräume?
      * höchstwahrscheinlich JA
4. Bestimmen diese Angleichungen Immunität und Fortpflanzung?
      * gesichert JA

Es gibt aber viele Studien, welche die evolutiven Unterschiede als weitaus größer beschreiben, als sich im üblichen Aquarium schnell erkennen lässt. Alle Wasserlebewesen - Tiere, Pflanzen, Mikroben - bilden mit dem Wasser (incl den gelösten Mineralien) ein abgestimmtes System, das Eingriffe in die eingespielte Ordnung nicht immer verzeiht. Es ist einfach, sich mit der Anpassungsfähigkeit zu beruhigen, doch spätestens, wenn für die Zucht spezielle Wasserbedingungen empfohlen werden, ist Vorsicht geboten - nicht nur bei neu eingeführten Exoten.

Symbiosen

Überlebensnotwendige Zusammenspiele verschiedener Lebensformen beeindrucken den Botaniker, aber schon täglich beobachtet jeder Gartenfreund Sym- und Antipathien seiner Pfleglinge; manche Baumkronen wachsen ineinander, manche biegen sich weg. Im Aquarium gedeihen einige Pflanzen partout nicht in Anwesenheit bestimmter anderer, afrikanische Cichliden verstehen die Gestik der Südamerikaner nicht... Deshalb ist sehr plausibel der Rat an Aquarianer, den Lebensraum darzustellen (natürlich optimiert), Biotope einzurichten, Systeme, die in allen erkennbaren Elementen den natürlichen Gegebenheiten angenähert sind. Die Frage, ob bestimmte Fischarten mit Garnelen zusammen gehalten werden können oder nicht, ist dann nicht mehr relevant - wohl aber, ob sie mit diesen in natura vorkommen. Vertragen sich Valisnerien und Aponogeton? Ganz einfach: Leben sie in natura zusammen? Sollen Corydoras in Schwarzwasser gehalten werden? Ja, sie sind typische Schwarzwasser-Vertreter wie die Roten Neons.
Die Aquaristik hat viele Facetten: Schmückstück, Hauseinrichtung, Haustiere, Wissbegier etc. Der Biotop-Ansatz bedeutet die Nachempfindung spezifischer Naturale:


Biotope

Fische, Pflanzen, Wirbellose, Mikroben
werden
vergemeinschaftet
in ihren
spezifischen Wasser- und Umweltbedingungen
gemäß ihrer ureigenen Evolution


Lebenerwartung, Ablaichfreude, Immunität werden verbessert.
Die allermeisten Probleme im Süßwasser-Aquarium,
Krankheiten  -  Schmarotzer  -  Algenblüte  -  Wassertrübung
 sind zurückzuführen auf massive
Störungen
des
physikalisch-chemisch-biologischen Öko-Systems
 und sie verschwinden, wenn das Systemgleichgewicht wiederhergestellt wird.



Dabei ist, wie ausführlich dargelegt, von grundlegender Bedeutung das
Wasser
* Protonen   * Mineralien   * Huminstoffe   * Mikroorganismen

Unabhängig von den Beimengungen (Schweb-, Trüb-, Huminstoffe etc)
sind nach der Temperatur die wichtigsten
Merkmale eines Süßgewässers
* Säuregrad     * Mineralkonzentration     * Mineralstruktur

Sie bedingen die Osmose der Körperzellen und den gesamten Stoffwechsel.
Es sind diese Kriterien, mit denen in der Hydrographie die Gewässer spezifisch zu beschreiben sind... 

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Neumünster, 17.02.2026      *      Egbert W Gerlich     *     ewg@ew-gerlich.de