Zur

Hydrologie
des Süßwasser-Aquariums

                                                    


Aquaristik:  Die Grundlagen verstehen

2. ORGANISCHE ASPEKTE
II
Biosubstanzen
Huminextrakte
Pflanzenextrakte
                                                                                




Moorwasser
und tropisches Schwarzwasser sind geprägt von Huminstoffen



Huminstoffe bestehen zu einem großen Teil aus organischen Säuren, so dass diese Gewässer einen niedrigeren pH-Wert zeigen. Nicht nur für die Neutralisierung von

Krankheitserregern,  Pilzen und Schadstoffen
sind diese Säuren von Bedeutung, sie beeinflussen positiv die
Immunsysteme der Wasserlebewesen
sie dienen mit ihren Molekülketten den
Vitalstoffen als Träger

so dass sie auch als menschliche Nahrungsergänzung dienen (pro Tag
450 mg Fulvin-Säure & 108 mg Humin-Säure).


Hingegen ist es offensichtlich illusorisch (obwohl immer wieder kolportiert), mittels getrockneter Blätter, Zapfen etc den Säuregrad kontrollieren zu wollen. Hier besteht auch die Gefahr, bei unzureichender Aufarbeitung (Heißlufttrocknung) unerwünschte Kohlehydrate und auch Pilze einzuschleppen. Empfehlenswert sind daher abgestimmte
 
Huminstoff-Extrakte

welche das Wasser naturgemäß mehr oder weniger stark färben, sofern sie eben nicht nur wenige Fulvosäuren in geringer Konzentration beinhalten. Leider wird zumeist blumig angepriesen, nicht aber werden die Inhaltsstoffe benannt. Bewährt hat sich
                              
  

Die Hauptmasse bilden nach Hersteller-Angaben zu "... ca 88 % Huminsäuren, die restlichen 12 % verteilen sich größtenteils auf die Asche (Mineralien)... Die gelösten Huminstoffe binden bevorzugt Schwermetallionen und andere Schadstoffe. ".



Wenn (für andere Produkte) erklärt wird,
das Wasser erhalte "keine störende Gelbfärbung",
dürfte sich der Anteil kohlenstoffhaltiger Huminstoffe in engen Grenzen halten.



Das Biotop vervollständigen viele, nicht zu den Huminstoffen gerechnete, aber ebenfalls natürliche und wichtige
 
organische Biosubstanzen

die von Pflanzenmaterial abgegeben werden, und auf die Immunsysteme der Wasserfauna und -flora wirken. Legendenreich eingesetzt werden

die Blätter von
  • Seemandelbaum
  • Walnuss
  • Brenn-Nessel
  • Eichen
  • Buchen
  • Maulbeerbaum
  • Spitzwegerich
und die Früchte von
  • Erlen
  • Buchen
Hier, in diesem Zusammenhang, geht es aber nicht um Futter- oder Dekorationsmaterial, sondern um Optimierung des Wassers. Dazu allerdings sind die Wirkstoff-Auszüge sehr gering, kaum nachweisbar - auch nicht bei langen Verbleiben im Wasser. Und eine "Stabilisierung des pH-Wertes" ist nicht einmal plausibel erklärbar. Ein hübsches Infoblatt ist dieses (zwei Seiten; anklicken!):

  
 
Auch hier ist es zweckmäßiger, wie beim Spurendünger regelmäßig
Pflanzen-Extrakte
zuzufügen, welche weit mehr als das Ausgangsmaterial "heilende Substanzen (abgeben)" und "die Keimdichte (senken)" können. Sie enthalten zumeist keine färbenden Huminstoffe, ihre Wirkung ist weniger umfassend als die der Huminstoff-Extrakte, sondern bewusst eingegrenzt auf bestimmte Wirkungen. Leider werden Zusammensetzung und Wirkstoff-Konzentrationen nicht verraten, und eine Analyse ist mit einfachen Mitteln nicht möglich. Einge ungeprüfte, deshalb nicht verlinkte Beispiele aus dem Handel:
 
     

Zum Auflösen (hier gefunden):



10gr auflösen in 1 l Wasser = 1%ige Lösung
- 1 ml Lsg auf 100 Ltr Aquarienwasser pro Woche -
oder
1gr auflösen in 1 l Wasser = 0,1%ige Lösung
- 10 ml Lsg auf 100 Ltr Aquarienwasser pro Woche -

[nach Herstellerangaben]
 

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Neumünster, 01.03.2026      *      Egbert W Gerlich     *     ewg@ew-gerlich.de