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Egbert W Gerlich, 2008
5. Warum Kompass? (5) 4. Also: Wir nähern uns der Lee-Tonne, und es wäre ganz gut, könnten wir uns frühzeitig klar werden, ob wir nach dem Runden der Tonne - jetzt geht's bekanntlich am Wind zur Luv-Tonne oder zur Ziellinie - wenden sollten auf den anderen Bug oder auf diesem Bug bleiben sollten. Die oft vorgeschlagene Variante, anders als der Vordermann zu segeln, kann nur kurzzeitig gelten, bis man freien Wind hat, danach ist sie einfach Quatsch. Nehmen wir an, wir können feste Strömungsgebiete in unserem Revier vernachlässigen (oder wir kennen sie nicht und können sie nicht sehen), dann wollen wir nach der Tonne wieder auf Holebug gehen, denn auf Dwarsbug entfernen wir uns, wie dargelegt, vom Hauptkurs. Nähern wir uns jetzt der Tonne auf Holebug oder - aus taktischen Gründen - auf Dwarsbug? BILD in Arbeit Mit dem Runden wird der Holebug zum Dwarsbug, der Dwarsbug wird zum Holebug! Auf Holebug Wende einplanen! Auf Dwarsbug nur hoch an den Wind gehen! Und dasselbe gilt in Gegenrichtung, wenn wir an die Luvtonne mit Ziel Leetonne (!) runden (beim Ziel Halsentonne tritt das Problem natürlich nicht auf): BILD in Arbeit Mit dem Runden wird der Holebug zum Dwarsbug, der Dwarsbug wird zum Holebug! Auf Holebug Halse einplanen! Auf Dwarsbug nur abfallen! Diese moderne Grid-Methode gibt uns schnell Antworten auf die Fragen beim Schraler am Wind: Abfallen oder doch besser Wenden ? (s.o. Nr 1) auf Raumschots-Kurs: Wo ist die Halsen-Tonne, wo die Lee-Tonne? (s.o. Nr 2) beim Raumer vorm Wind: Anluven oder doch besser Halsen ? (s.o. Nr 3) vor der Leetonne: Wenden nach dem Runden? (s.o. Nr 4) vor der Luvtonne: Halsen nach dem Runden? (s.o. Nr 4) Die Grid-Methode entspricht weitgehend der Arbeit mit Grid-Kompassen, die aber leider fast ausgestorben zu sein scheinen. Und wer das alles nicht einfach zu glauben vermag, der sei erinnert an die Geometrie-Stunde an der Kadettenschule, wo es um den Satz des Pythagoras ging (richtig: "Das Hypothenusenquadrat ist gleich der Summe der Kathetenquadrate") : | ||