Aquaristik:
Die Grundlagen verstehen
1. ANORGANISCHE ASPEKTE c. Neben-Ionen II Redfield-Relationen Pflanzenwachstum Redfield-Relationen Buddendorf Bei der Untersuchung marinen Phytoplanktons erkannte Alfred C. Redfield einen Zusammenhang des atomaren Gehalts von Kohlenstoff C : Stickstoff N : Phosphor Pder nach ihm als "Redfield-Verhältnis"
("Redfield Ratio") bezeichnet wurde. Unstrittig für die Meeresbiologie,
ist diese Theorie hilfreich auch für die
Süßwasser-Flora, wenngleich nicht ausreichend untersucht. Phosphat, Nitrat und Kohlendioxid:Nicht belastbar ist die Buddendorf'sche Algentheorie, wonach eine Algenblüte von unnatürlicher N:P-Relation geprägt sei. Demnach werde die Ausbreitung gefördert ("Algenblüte") von Cyanobakterien ("Blaualgen") bei Phosphat-Überschuss von (Grün-) Algen bei Phosphat-Mangel Also (s.u. ! ): NO3 : PO4 << 10 führe zu Blau-AlgenNO3 : PO4 >> 10 führe zu Grün-Algen ? ?![]() Nach Redfield kommen im Phytoplankton auf 1x P-Atom Solange
das Wasser in genügenderMenge zur Verfügung steht - wie im Aquarium -,
kann es zunächst unberücksichtigt bleiben, deshalb16x N-Atome, 106x C-Atome, 264x H-Atome, 110x O-Atome als Masse ausgedrückt 1.528[g] + 2.025[g] = 3.553[g] ![]() 1x P-Atom 16x N-Atome 106x C-Atome P : N : C = 1 : 16 : 106 Die betreffenden Elemente sind im Wasser wesentlich enthalten in den Anionen von 1x PO4--- 16x NO3- 106x CO2 Durch Multiplikation mit den spezifischen Molekül-Massen ergeben sich folgende Masse-Relationen [kg / g / mg] 1xPO4 : 16xNO3 : 106xCO2 = 95 : 992 : 4.665 PO4 : NO3 : CO2 = 1 : 10,5 : 49,1 Auf
dem Weg zum "pflanzenfreundlichen Wasser" sind dies Meilensteine: NO3 : PO4 = 10 : 1 CO2 : NO3 = 5 : 1NO3 = 0,2*CO2 PO4 = 0,02*CO2 ![]() Pflanzenwachstum Nehmen wir jetzt den obigen Wassergehalt hinzu: 1x P 16x N 106x C 264x H 110x Osind aufgebaut aus 1x PO4, 16x NO3, 106x CO2, 132x H2O wobei (4+48+212+22)x O = 143x O2 ins Wasser zurückgeführt werden Ich nenne sie die "REDFIELD-Masse-Relationen" [kg / g / mg] 1xPO4 : 16xNO3 : 106xCO2 : 132xH2O {abzgl 143x O2} = 95 : 992 : 4.665 : 2378 {abzgl 4576 .....} PO4 : NO3 : CO2 : H2O = 1 : 10,5 : 49,1 : 23,3 {abzgl 48,2} NO3 : PO4 = 10,5 ~ 10 CO2 : PO4 = 49,1 ~ 50 CO2 : -O2 = 1,02 ~ 1 ![]() Es kann ein Pflanzenwachstum erzielt werden bei CO2 ~ 50 [mg/l] von ~ 35 [mg/l] bei einer NO3- ~ 10 [mg/l] PO4--- ~ 1 [mg/l] H2O ~ 25 [mg/l] Sauerstoff-Rückführung von ~ 50 [mg/l] Wasserpflanzen geben fast ebenso viel Sauerstoff ab, wie sie Kohlendioxid verbrauchen. ![]() Es gehört zwar nicht zu den Neben-Ionen, muss aber hier im Hinblick auf die Pflanzenmasse berücksichtigt werden. Bis zu 5 % der Pflanzenmasse bestehen aus Kalium, so dass ergänzend zu erweitern ist: Es kann ein Pflanzenwachstum erzielt werden bei
CO2 ~ 50 [mg/l]
NO3- ~ 10 [mg/l] PO4--- ~ 1 [mg/l] H2O ~ 25 [mg/l] K+ ~ 1,5 [mg/l] von ~ 37,5 [mg/l] bei einer Sauerstoff-Rückführung von ~ 50 [mg/l] ![]() Erinnern wir uns, wie bei bekannter Karbonathärte KH aus dem pH-Wert die CO2-KonzentrationCO2 = Fkt[pH,KH] ![]() abgeleitet
werden kann, und diese bestimmt, REDFIELD folgend, die optimale
Konzentration der Neben-Ionen für Pflanzengewässer. Die Nitrat-Konzentration braucht ein Fünftel der
Kohlendioxid-Konzentration nicht zu übersteigen: NO3 < 1/5 CO2 Optimale Nebenionen-Konzentration ist abhängig vom Kohlendioxid-Gehalt, also primär vom pH-Wert! NO3 = 1/5 CO2 PO4 = 1/50 CO2 CO2 = Fkt[pH] Das Diagramm zeigt, dass es keine allgemeine Steuerungs-Empfehlung
geben kann. Auch ist ersichtlich, dass eine höhere Rate des
Pflanzenwachstums tendenziell bei härterem Wasser erreichbar ist,
weil dieses eine höhere CO2-Konzentration ermöglicht (wodurch das
Wasser ansäuert). Wegen des möglichen Nährstoffgehaltes gilt also: Ein Pflanzenzuchtwasser ist hart und sauer
![]() Somit kann mittels Tabellenprogramm das maximal erzielbare Pflanzenwachstum in Abhängigkeit von Säuregrad und Karbonathärte bestimmt werden. Dieses Programm, das gerade auch das Düngungsmaximum darlegt, stelle ich gerne zur Verfügung. ![]() ![]() Pflz = fkt [pH, KH] ![]() Das wird bei der Düngung der Wasserpflanzen vorgestellt und berechnet werden. Neumünster, 26.04.2025 *
Egbert W Gerlich *
egbert@ew-gerlich.de
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